Scientists way of life

So eine Abschlussarbeit ist schon 'ne schwere Geburt.

Monatelang führt man Versuche durch, zieht Schlussfolgerungen und überlegt sich neue Experimente. Für gewöhnlich kommen die besten und wichtigsten Ergebnisse auf den letzten Drücker, so dass letztlich viel zu wenig Zeit zur Niederschrift bleibt und man sich wilde Tage und Nächte vor dem Computer um die Ohren haut. Insgesamt wird die Arbeit im Schnitt quasi 2 x komplett neu geschrieben, bis alles ein flüssiges Gesamtpacket ergibt, jede Abbildung an ihrem Platz ist und man um 5 Uhr am Morgen des Abgabetages das letzte Mal die Rechtschreibprüfung anstartet. Dann noch schnell der Druck und völligst erschöpft zur Abgabe gebracht und dann folgt das große Nichts...

Alles wofür man sich so den Arsch aufgerissen hat ist von einem Tag auf den anderen weg. Der Stress fällt ab, das Adrenalin sinkt. Man spürt sich selbst und seinen Körper wieder. Fühlt Zustände wie Schmerz und Hunger und merkt erstmals welch masochistischer Tortur man sich da ausgesetzt hatte. Dann blickt man um sich und sieht das verwüstete Chaos in dem man vor sich hinvegetiert, überlegt wann man das letzte Mal mit einem lieben Menschen gesprochen hat und wird sich traurig bewusst, was und wen man alles vernächlässigt hat.
Für gewöhnlich heult man an dieser Stelle, vor Wut und Verzweiflung bis man sich nach einer furchtbaren Nacht neben dem Bett wiederfindet und sich eingesteht, dass es so nicht weitergeht.

Also beginnt man schnurstracks mit dem Aufräumen. Man sortiert Unterlagen, nimmt eine heiße Dusche und ruft ein paar Leute an. Man verabredet sich, tanzt und feiert. Man genießt das Leben und bringt selbiges wieder in Ordnung.
So, als wäre nichts geschehen.
Und so, als würde man insgeheim nicht bereits über das nächste Projekt nachdenken...
Christoph (Gast) - 2. Okt, 01:08

Obligatorischer Comic zum Thema

http://www.phdcomics.com/comics/archive.php?comicid=291

.. aber vielleicht klappt es fuer diesen Charakter auch nur, weil sie eine Geisteswissenschaft studiert. Ich jedenfalls denke in letzter Zeit, wenn ich mal wieder um 3 Uhr morgens irgenwelche idiotischen Linkerfehler behebe, dass es eigentlich auch nicht schlecht waere, den Kies in einem Zen Garten zu harken. Oder ein Taxi zu fahren. Oder einfach vor den Bildschirmen wegzulaufen..

Glueckwuensche jedenfalls!

Küstennebel - 10. Okt, 14:50

hehe...auch wenn es einem ALLES abfordert, - ich könnte ohne den Stress gar nicht mehr leben! ;)
glückwünsche sind aber erst am mittwoch fällig (hoffentlich). muss mich noch einmal gut verkaufen!

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