Never good enough!

Was wurde aus...

Also es ging um Folgendes: ich hatte mich um ein international rennomiertes PhD Programm beworben.
Eigentlich gezwungener Maßen um mein aktuelles Projekt fortführen zu können...denn Lust, geschweige denn Zeit für diesen Spass hatte ich während der Masterarbeit nicht so wirklich. Große Chancen hatte ich mir zudem eh nicht ausgerechnet, - denn schließlich "bewirbt sich da die Elite aus aller Welt" (O-ton und fragwürdige Motivation des Beraters).
Aber als ich so anfing die benötigten fünfhunderttausenddreiundsiebzig Unterlagen zusammen zu suchen sowie den letter of motivation und CV zu schreiben, packte mich dann doch der Ehrgeiz und ich entwickelte mit der Zeit eine wahnsinnige Motivation unbedingt in diesem Programm aufgenommen werden zu wollen.

Nun, die erste Bewerbungsrunde (Auswahl der besten Bewerbungen) lief super und ich wurde direkt zum Interview eingeladen. Dort war ich dann kurz davor vor Anspannung zu sterben. Denn eine gute Projektpräsentation zu halten ist ja auf Deutsch schon schwierig genug...aber auf Englisch!? Zum Glück lief alles Bestens und auch bei der Diskussion konnte ich gut punkten. Den kleinen Faupax mit der verkehrt herum gezeichneten inversen Micelle ist zum Glück niemanden aufgefallen. =)
Negativ fiel jedoch auf, dass mir niemand (!) aus meinem Institut unterstütztend zur Seite stand. Warum es so war, ist bis heute ein gegenseitig in die Schuhe geschobenes, ungelöstes Rätsel. Fakt jedoch, dass es bei der Kommission sehr schlecht an kam, da es natürlich so wirkte, als ob das Projekt dem Insitutleitung nicht wichtig genug wäre, als dass diese ihrem Schützling das daran fortführende Arbeiten ermöglichen wollte.

Naja, nach dieser Enttäuschung war dann ein langwieriges Warten angesagt bis alle Bewerber interviewt wurden und das Ranking aufgestellt war. Von 700 internationalen Bewerbungen wurden 50 zu den Interviews eingeladen und 20 erhielten einen der begehrten Plätze im Programm. Ich gehörte zu diesen 20.

Hell yeah!
Die Freude war riesig, - währte jedoch nicht lange. Denn wenige Tage später erfuhr ich, dass das Partnerinstitut "mein" Projekt nur an einen Kandidaten vergeben wollte, der auch ein Stipendium mit einbrachte (und das Institut somit keinen Pfennig kosten würde). Tja, ein Stipendium erhielten jedoch nur die ersten 10 Plätze und darunter gehörte ich leider nicht!

Fuck!
Ich meine, wie scheiße ist das denn bitte!? Man reißt sich neben dem ganzen Masterarbeitsstress noch den Arsch für diese Bewerbung auf, erhält dann den begehrten Zuschlag und steht letztendlich trotzdem wie Hein Blöd da. Oh man...

Habe dann darüber nachgedacht vielleicht ein anderes, offen stehendes Projekt aus dem Programm zu nehmen um den Platz doch nutzen zu können. Aber irgendwie haben die mich alle nicht angesprochen...und ich war noch nie der Mensch der "irgendetwas" genommen hat. Das muss schon ein roter Faden drin sein, sonst hat das Ganze keinen Sinn (und macht auch keinen Spass!).

Also werde ich morgen absagen. Der Frau erklären, dass ich auf den Platz um den mich 680 Inder, Chinesen und Ostblockstaatler beneiden freiwillig verzichte um weiterhin einer ungewissen Zukunft engegen zu blicken. Immerhin wären das drei gesicherte Arbeitsjahre samt Promotion gewesen, die es nun anderweitig zu finden gilt...
...aber ich bin (noch) optimistisch. Vom Partnerinstitut ist mir eine reizvolle Stelle in Aussicht gestellt worden und auch sonst sollte sich mit der Bescheinigung in dieses Programm gekommen zu sein auf dem Promotionsmarkt etwas anfangen lassen ;)

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